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1. FC Saarbrücken |
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13.02.2011, Kieselhumes, Frauen-Bundesliga |
Während die letzte Bundesligaspielzeit für die Männer des 1. FC Saarbrücken inzwischen 18 Jahre zurückliegt,
gehört das Frauenteam der Blau-Schwarzen auch in der aktuellen Spielzeit der höchsten deutschen Spielklasse
an. Die Saarbrückerinnen haben in den letzten Jahren mehr oder weniger den Status eines Fahrstuhlteams zwischen
dieser und der darunterliegenden Spielklasse gehabt und sind seit 2002 nicht mehr länger als drei aufeinanderfolgende
Spielzeiten in der gleichen Liga gewesen. Das dritte Jahr in der Bundesliga würde man dieses Jahr gerne sicherstellen,
aber da wird wohl noch ein hartes Stück Arbeit auf das zuletzt nicht sonderlich erfolgreiche Team zukommen, das auch
noch ohne Trainer Stephan Fröhlich auskommen muß, mit dem man in der Aufstiegssaison den Klassenerhalt geschafft hatte.
Nach Fröhlichs Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen muß jetzt Stephan Jungfleisch, der bisherige Co-Trainer der
U16 der Saarländer ran, und es geht gleich in ein sehr wichtiges Spiel, in dem man die Punkte von Tabellenschußlicht
Herforder SV braucht. Die Ostwestfälinnen haben zuletzt endlich einmal ein Spiel gewonnen und stehen jetzt mit vier
Zählern da, so daß es fast rührend klingt, wenn deren Coach Jürgen Prüfer noch vom möglichen Klassenerhalt spricht, aber
andererseits hätte man den Rückstand auf den FCS bei einem Sieg am heutigen Tag in zwei Spielen mehr als halbiert,
so daß es tatsächlich noch einen Hoffnugnsschimmer für Herford geben könnte, in der Liga zu bleiben.
Man merkt den Kickerinnen des Herforder SV Borssia Friedensthal - so der komplette Name der Gäste - an, daß man noch
an sich glaubt, denn es ist die Auswärtsmannschaft, die das Spiel kontrolliert und auf das gegnerische Tor drängt,
was allerdings von der extrem defensiven Taktik des 1. FC Saarbrücken begünstigt wird, der nicht wie eine Heimmannschaft
agiert, sondern sich weit zurückzieht und bei Ballverlusten der Gegnerinnen mit schnellen Angriffen versucht, zu Chancen
zu kommen oder wenigstens Freistöße und Ecken zu erzwingen, man setzt also im Klartext auf Konterfußball. Bis zur Halbzeit
hat keines der beiden Teams mit seiner Strategie Erfolg, aber danach geht alles ganz schnell, als in der 74. Minute ein Ballverlust
im Spielaufbau der Gäste zum 1:0 durch Jaqueline De Backer führt, die einschieben kann, nachdem Herford-Schlußfrau nur
abgeklatscht werden konnte. Das 2:0 für die Hausherrinen scheint elf Minuten vor dem Ende die Entscheidung zu bedeuten,
aber Herford kann noch einmal nachlegen und durch Anna Laue und Marie Polmann innerhalb von drei Minuten ausgleichen. Danach
drängen die Gäste gegen sichtlich geschockte Saarländerinnen sogar noch auf den Siegtreffer, aber am Ende bleibt es bei
einer Punkteteilung, die keinem etwas nutzt und über die sich vor allem der Tabellenvorletzte USV Jena freuen kann.
Auf der Tribüne haben sich zwei Fanblöcke gebildet und die Hausherrinnen werden unter anderem mit einem offensichtlich
für die heutige Partie erstellten Transparent in Vereinsfarben - "5 Spiele VOLLGAS - Kämpfen und Siegen!" heißt es darauf -
sowie weiteren Zaun- und drei großen Schwenkfahnen unterstützt werden, die sicherlich auch bei den Spielen der männlichen
Kollegen des heutigen Teams zum Einsatz gebracht werden. Der Herforder Anhang hat auch diverse Fahnen in seinem Bereich
angebracht, fällt aber sonst nicht weiter auf, während es beim 1. FC Saarbrücken während der Partie auch noch den einen
oder anderen Sprechchor zu hören gibt. Insgesamt muß man sagen, daß das Stadion einen etwas besser gefüllten Eindruck macht
als die offizielle Zuschauerzahl von 420 aussagt, die somit etwas untertrieben erscheint.
Die Frauen des 1. FC Saarbrücken tragen ihre Spiele im Stadion Kieselhumes auf - oder einfach auf dem Kieselhumes, wie in
Saarbrücken gesagt wird. Hier findet man ein Mehrzweckstadion vor, bei dem vor allem die Haupttribüne auffällt, die 1935
in dem gerade mal vier Jahre alten Stadion erbaut wurde und bis heute nahezu unverändert erhalten blieb. Ein Umbau
aus dem Jahr 1952 führte zu einer auf 35000 Zuschauer erhöhten Kapazität, so daß hier sowohl die Heimspiele des 1. FC
Saarbrücken als auch Länderspiele des bis 1957 eigenständigen Saarlandes durchgeführt werden konnten. Inziwschen
ist die Anlage deutlich zurückgebaut und faßt noch 6000 Zuschauer, wobei es neben der Tribüne nur noch auf der Gegenseite
Ausbau in Form einer Tribüne gibt und die Hintertorgreiche begehbar und mit Mauern abgeschlossen sind, die mit
Grafitti zum zweiten Nutzer der Anlage, Saar 05 Saarbrücken, geschmückt daherkommen. Auch wenn man nur noch erahnen kann,
wie die Anlage zur ihrer größten Zeit ausgesehen haben muß, ist sie sicherlich auch 2011 noch einen Besuch wert und hebt
sich wohltuend von den zahlreichen Standardbauten des jüngeren Datums ab.
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