Türkischer SC Hamm |
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25.04.2013, Union-Stadion, Bezirksliga Westfalen 7 |
Der Türkische Sportclub Hamm wurde 1979 gegründet und ist aktuell nach eigener Darstellung
der "einzige Sportverein mit Migrationshintergrund in Hamm" - was aber nicht stimmen kann, wenn man die Kreisligen in Hamm durchsieht und Vereinsnamen wie "Birlik SC Herringen" oder "Yunus Emre HSV" bemerkt.
Die letzte Saison endete für
den Club auf Platz zwei der Tabelle der Kreisliga A, und man mußte nach der Saison ein
Entscheidungsspiel
gegen den punktgleichen dritten VfL Mark austragen, von dem niemand wußte,
ob es irgendeine Bedeutung hat, denn die Verhandlung gegen den unter Bestechungsverdacht
stehenden Spitzenreiter IG Bönen stand noch aus. Die endgültige Entscheidung fiel schießlich
erst Ende August, als die vorher verhängten sechs Punkte Abzug gegen Bönen bestätigt wurden
und so endgültig der TSC Kreisligameister und Aufsteiger wurde. So kehrte der Club nach vier
Jahren Abstinenz in die Bezirksliga zurück, in der man aktuell recht gute Karten hat, die
Klasse zu halten. Immerhin steht der TSC momentan vier Punkte oberhalb der Linie und hat
noch das heutige Nachholspiel vor der Brust, bei dem man den Abstand mit einem Sieg gegen das
gesicherte Mittelfeldteam von der DJK Westfalia Soest 1920 - die im Sommer nicht mehr existieren wird, man fusioniert mit dem Soester SV - auf deutlich komfortablere sieben
Zähler erhöhen könnte.
Die Partie beginnt ganz im Sinne des Aufsteigers, als sich der Soester Verteidiger Vladyslav
Kosharnyi einen dummen Ballverlust leistet und der Dank von Abdullah Sahin auf dem Fuße folgt,
der das Leder über den weit vor seinem Tor postierten Gästetorhüter Marius Lage ins Tor
hebt. Auch in der Folge bleibt der Türkische SC am Drücker, verpaßt jedoch die ein oder
andere Möglichkeit, so daß man nach einer knappen halben Stunde fast den Ausgleich hinnehmen
muss, als ein Freistoß von Westfalia Soest aus gut 30 Metern an der Latte landet - ausgerechnet
von Kosharnyi, der so seinen Fehler fast wieder gutmachen kann. Kurze Zeit später fällt dann
aber doch das - sicherlich eher als der Ausgleich verdiente - 2:0. Diesmal ist es Lage, der patzt
und einen einfachen Ball fallen läßt, so daß der Ball schließlich nach Querpaß bei Erhin Sen
landet, der einschiebt und die TSC-Führung absichert. Mit diesem Spielstand geht es in die Pause,
und in der deutlich schwächeren zweiten Halbzeit ist es dann abermals Sen, der in der 54. Minute
auf 3:0 erhöht. Einen Treffer erzielen die Gäste zwar auch noch, aber das 3:1 durch Bünyamin Tas
fällt in der 88. Minute zu spät, als das noch viel passieren würde. So bleibt es eine Randnotiz,
über die sich vor allem Tas selbst freuen kann, der es mit einer schönen Einzelaktion herausholt
und seine persönliche Leistung als bester Spieler der Gäste krönt.
Das Union-Stadion liegt an der gleichnamigen Straße, der gemeinsame Name geht auf die
"Westphälische Union Aktiengesellschaft für Bergbau, Eisen und Drahtindustrie zu Hamm"
- später einfach Westfälische Union - zurück, einem Traditionsunternehmen der Metallindustrie,
das inzwischen übernommen wurde und als "Böhler Welding" weiter in Betrieb ist. Die Anlage
kann mit gar nicht so kleinen Traversen auf beiden Längsseiten dienen, die sich zum Teil
ansatzweise in die Kurve ziehen, allerdings begrünt sind und so auf den ersten Blick gar
nicht so ins Auge fallen, besonders da die Begrünung an einigen - offensichtlich nicht so
stark genutzten Stellen - zum Wucherwachstum neigt. Hinter einem Tor des beleuchtungslosen
Rasenplatzes sind "Flutlichtmasten" auszumachen, so daß man einen Nebenplatz vermuten könnte,
aber die Beleuchtungsanlage gehört zum Betriebsgelände von Böhler Welding, wo sie ein Park-
und Lagergelände mit Licht versorgen. Der TSC ist aktuell der einzige und exklusive Nutzer des
Union-Stadions, das früher von Germania Hamm genutzt worden ist - die mittlerweile auf zwei anderen Rasenplätzen kicken und wie die heutigen Gäste im Sommer fusionieren werden, und zwar mit dem TuS 1910 Lohauserholz-Daberg.
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